Brandis geht in die Startlöcher – Das Jahr 2014

Im April 2014 ging Brandis mit seinen Ortsteilen Beucha und Polenz im Programm Jugend bewegt Kommune an den Start. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Verwaltung, den Bildungseinrichtungen, aus Vereinen und der freien Jugendhilfe wurde eine Steuerungsgruppe für das Programm vor Ort gegründet. Diese trifft sich regelmäßig, um gemeinsam an den Fragen einer gelingenden Beteiligung von Kindern-und Jugendlichen zu arbeiten. Bereits 2014 ist einiges daraus entstanden.


Eine KIJUKO muss her!

In Form einer eigenen Kinder-und Jugendkonzeption (KIJUKO) plante die Kommune die Entwicklung eines Leitbildes, das den Bedarf, die Rahmenziele und pädagogischen Grundsätze der Kommune zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen definiert. Langfristig soll diese Konzeption zum einen als Arbeitsleitfaden für die pädagogischen Akteure und zum anderen als kommunalpolitische Entscheidungshilfe dienen. Es bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen. Schulleitungen aus Ober- und Grundschule sowie dem Gymnasium arbeiteten zusammen mit Kita-Leitungen und Stadträtinnen in der Gruppe „Formale Bildung“ an den Übergängen und möglichen Kooperationen zwischen den Einrichtungen. In der Gruppe „Non-formale Bildung“ kamen Akteure aus der freien Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit und Vereinen zusammen und widmeten sich dem Thema der außerschulischen Freizeitangebote.

Um ein passgenaues Leitbild für Brandis zu entwickeln, war  eine Lebensweltanalyse nötig, die direkt auf die jungen Menschen in Brandis, Beucha und Polenz ausgelegt ist. Über einen Zeitraum von 4 Wochen wurden  Schülerinnen und Schüler aller Schulformen sowie Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher aus dem Kitabereich sowie Vereinsmitglieder zu ausgewählten Themenfeldern befragt.

Inhalte dieser Befragung waren u.a.

  • Welche Angebote fehlen aus Eurer Sicht für eine gelungene Freizeitgestaltung in Brandis? Gibt es Dinge, die Euch dabei besonders stören?
  • Wie sollte ein Raum (Club) gestaltet sein, in dem Ihr gern Eure Freizeit verbringen würdet?
  • Welche Angebote sind wichtig?
  • Wie verbringt Ihr den größten Teil Eurer Freizeit?
  • Nutzt Ihr das Internet, um Euch über Freizeitangebote zu informieren oder mit Freunden zu verabreden?

 

Die Veröffentlichung der Ergebnisse im Oktober 2014 brachte interessante und wegweisende Informationen mit sich. So wünschen sich die Kinder und Jugendlichen z.B. mehr und bessere Radwege in der Stadt, Sportplätze die auch in Ferien nutzbar sind und ein Kinoangebot.

Viele Anliegen der Kinder und Jugendlichen lassen sich unkompliziert und zeitnah umsetzen bzw. langfristig mitplanen. Die Lebensweltanalyse war aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg. Damit ist die Kinder- und Jugendkonzeption zwar noch nicht fertig, doch ein gutes Stück Weg ist geschafft und hat zeigt, dass es sich lohnt, den jungen Mitbürgern ein Ohr und eine Stimme zu schenken!

Der 1. Jugendkonvent fand im Mai 2014 statt. Gemeinsam wurde zunächst ein Ist-Zustand der Lebenssituation in Brandis erstellt,…

..und anschließend Ideen zur Verbesserung dieser Situation gesammelt und in Gruppen bearbeitet.

 

 

 

 

 

 


10×500€ für deine Ideen!- Der Jugendprojektfond Brandis.

„10×500€ für eure Ideen“! Unter diesem Motto rief die Stadt Brandis Kinder und Jugendliche auf, sich mit spannenden Projektideen zu bewerben.

Die Idee zur Aktion „10×500€ für eure Ideen“! entstand in der Steuerungsgruppe, um eine kurzfristige Unterstützung zur Verwirklichung von Ideen und Wünschen der Kinder und Jugendlichen zu bieten. Nach heftigem, aber kurzem Brainstorming wie eine solche Unterstützung aussehen könnte, war schnell klar: „Ohne die Kinder-und Jugendlichen geht’s nicht!“

Mit neuen jugendlichen Mitgliedern in der Steuerungsgruppe konnte nun das Konzept zur Aktion „10×500€ für eure Ideen“! entwickelt werden. Gemeinsam mit interessierten Kindern und Jugendlichen sowie ihren erwachsenen Helferinnen und Helfern sollten ab sofort originelle und spannende Projekte entstehen, die mit 500€ Projektgeld gefördert wurden.

Eine Jury bestehend aus Erwachsenen und Jugendlichen sollte  anhand eindeutiger Kriterien eine Auswahl treffen. Dabei wurde beachtet, dass die Projekte von jungen Menschen kommen und möglichst viele Kinder und Jugendliche beteiligen beziehungsweise für sie gedacht sind und niemanden ausschließen. Außerdem sollten sie in der geplanten Zeit fertig werden und vor Ort bestehende Strukturen unterstützen.

Bis Mitte Juli 2014 konnten die jungen, engagierten Projektemacher ihre Vorhaben zur Mitgestaltung der Stadt einreichen. Am 14. Juli 2014 war es dann soweit! Nachdem die Kinder und Jugendlichen ihre Ideen vor der Brandiser Öffentlichkeit präsentiert hatten, musste die Jury entscheiden, welche der 12 Bewerbungen eine Förderung erhalten würden.

Schließlich wurden neun Projekte ausgewählt und im Laufe des Jahres gemeinsam umgesetzt:

  1. Auf dem Schulhof der Grundschule Beucha planten und bauten Kinder und Erwachsene zusammen einen Barfußpfad und eine Balancierstrecke.
  2. Der Schulhof der Oberschule Brandis wurde durch Zierpflanzen und Sitzgelegenheiten verschönert.
  3. Für die Grundschule Beucha sowie für alle anderen Interessierten konnte ein Kleinfußballfeld angelegt werden.
  4. Am Bahnhofsvorplatz in Beucha gestalteten Kinder und Jugendliche in Betreuung durch eine freischaffende Künstlerin eine Rundmauer mit Scherben, die nun als bunte Kacheln einen schönen Willkommensgruß für Bürger und Gäste darstellen.
  5. Der neu renovierte Jugendkeller der Adventsjugend Brandis wurde neu ausgestattet.
  6. Im Gymnasium Brandis gab es Theater-Workshops für 6te Klassen, begleitet von einer Theaterpädagogin.
  7. Am selbigen Gymnasium wurden an einem Platz neue Bänke und Mülleimer hingestellt.
  8. Am Sportplatz Lange Stücken in Beucha wurde eine Überdachung zum Unterstellen und Ausruhen geschaffen.
  9. Beim Projekt „Kicker für Knirpse“ entstand zwischen den Kindern der E-Jugend des FSV 1921 Brandis e.V. und den Kitas des Orts eine Patenschaft. Durch gemeinsame Trainingsstunden sollen die Kleinen an den Mannschaftssport herangeführt werden und natürlich auch die Möglichkeit bekommen, sich auszutoben.

Aufgrund der großen Resonanz auf den Projektfond einigte sich die Steuerungsgruppe darauf, diesen weiterzuführen und auch in den kommenden Jahren weitere Projekte zu ermöglichen.